Karrierekompass Dentalmedizin
Der MEDVIA Karrierekompass soll Ihnen als angehende Dentalmedizinerin und Dentalmediziner dabei helfen, Vor- und Nachteile abzuwägen, individuelle Präferenzen und Prioritäten herauszustellen sowie die eigene Karriereplanung zu strukturieren und auf die eigenen Bedürfnisse und Wünsche anzupassen.
ÜBERSICHT
1. ALLGEMEINE TIPPS
1.1 Absolvieren von Praktika während der Ausbildung
Praktika helfen, um erste Berufseinblicke zu erhalten und sich ein Bild von den alltäglichen Aufgaben & Herausforderungen, dem Unternehmen, Arbeitsumfeld etc. zu machen
1.2 Austausch mit Medzinerinnen und Medzinern aus der Praxis
- In der Medizinbranche ist ein gutes Netzwerk von Vorteil – früh Kontakte knüpfen und diese nutzen
- Weitergabe von Informationen und Erfahrungen zum beruflichen Alltag in der Praxis
- Einschätzung der benötigten Fähigkeiten (persönlich & fachlich)
- Teilen von wertvollen Ratschlägen
1.3 Professionelle Pflege des LinkedIn-Profils
- Professionelles, aktuelles Profilbild
- Neutrale E-Mailadresse
- Prüfung von Privatsphäreneinstellungen um sensible Daten zu schützen
- Beitritt zu Foren oder Fachgruppen
1.4 Analyse der eigenen Stärken und Schwächen
- Bewusstsein über die eigenen Stärken und Schwächen hilft bei der Berufswahl bzw. zur Eingrenzung der Optionen
1.5 Übersicht von Unterlagen für das Bewerbungsgespräch
- Motivationsschreiben
- Lebenslauf
- Diplome
- Arbeitszeugnisse oder Arbeitsbestätigungen
- Referenzen
1.6 Tipps für eine gute Bewerbung
- Informationen über den potentiellen Arbeitgeber einholen (u.a. Webseite sichten)
- Individuelles Anschreiben (u.a. Angabe für Bewerbungsgrund)
- Einhalten von formalen Kriterien (u.a. saubere Layout, gleiche Schriftart)
- Professionelles Bewerbungsfoto
- Nennung konkreter Beispiele für die eigenen Kompetenzen
- Ehrliche Darstellung der fachlichen und persönlichen Kompetenzen
- Selbstbewusster, authentischer Auftritt
2. STUDIUM
2.1 Übersicht Universitäten für Dentalmedizin
2.2 Ablauf Zahnmedizinstudium (Bsp. Uni Basel)
Absolvierung eines Eignungstests (NC)
Absolvierung eines Eignungstests (NC)
Bachelorstudium 1. bis 3. Jahr
Prüfungen und Projektarbeit
1. und 2. Bachelorstudienjahr absolvieren Human- & Zahnmedizinstudenten gemeinsam (human- & naturwissenschaftliche Grundlagen & medizinisches Basiswissen)
3. Studienjahr absolvieren die Studierenden an den Zahnmedizinischen Kliniken (ZMK)
Masterstudium 1. Jahr bis 2. Jahr
Prüfungen und Projektarbeit
Praktika
Masterthesis
Nach dem Studium
Staatsexamen
Dr. med. dent. (ca. 50% der Absolventen erwerben Doktortitel), Dauer mind. 1 Jahr
In der Regel 2- bis 4-jährige Assistenzzeit
Mehrheit ist nach dem Studium selbstständig und führt eine eigene Zahnarztpraxis
Spezialisierung via Facharzttitel**
** Drei- bis vierjährige Weiterbildungen werden in den Disziplinen Kieferorthopädie, Oralchirurgie, Parodontologie und Rekonstruktive Zahnmedizin angeboten
Quellen: Unibas Zahnmedizin
3. FACHLICHE WEITER- UND FORTBILDUNG
3.1 Facharzttitel
Möglichkeit zur Erlangung eines Fachzahnarzttitels in vier eidgenössisch anerkannten Weiterbildungsprogrammen / Disziplinen: Oralchirurgie, Kieferorthopädie, Parodontologie oder rekonstruktive Zahnmedizin. Möglichkeit zur Anerkennung in der EU / EFTA.
Dauer: 3-4 Jahre; Zulassungsbedingung: eidgenössisches oder ein anerkanntes Diplom in Zahnmedizin
Kieferorthopädie
Falldokumentationen & Publikationen
Universität Genf
Oralchirurgie
Falldokumentationen & Publikationen
Universität Genf, Luzerner Kantonsspital
Parodontologie
Falldokumentationen & Publikationen
Universität Genf
Rekonstruktive Zahnmedizin
Falldokumentationen & Publikationen
Universität Genf
3.2 Weiterbildungsausweise (WBA)
Nachweise über eine privatrechtliche Weiterbildung in den Disziplinen: Endodontologie, Kinderzahnmedizin, Orale Implantologie und Präventive und Restaurative Zahnmedizin, Allgemeine Zahnmedizin. Keine internationale Anerkennung möglich.
Dauer: 3 Jahre; Zulassungsbedingung: eidgenössisches oder ein anerkanntes Diplom in Zahnmedizin
Endodontologie
Publikationen in Fachjournalen, mündliche Prüfung &
Fallbesprechung
Orale Implantologie
geforderte Falldokumentationen
Curriculum für orale Implantologie
Allgemeine Zahnmedizin
Fachbereichen an Unikliniken / SSO-zertifizierte
Weiterbildungspraxen oder Einreichung von 10
Falldarstellungen
Kinderzahnmedizin
dem Gebiet der Pädiatrischen Zahnmedizin, 10 dokumentierte
Fälle
an Schulzahnklinik oder Kinderzahnarztpraxis
Präventive und restaurative Zahnmedizin
Falldokumentationen, 2 wissenschaftliche Publikationen
Präventivzahnmedizin in CH
Restaurative und Ästhetische Zahnmedizin (SSPRE)
Quellen: SIWF Interdisziplinäre Schwerpunkte
3.3 Fortbildungen
Zahnärzte in CH mit Behandlungen zulasten der obligatorischen Krankenversicherung sind verpflichtet mind. 80 Fortbildungsstunden (10 Tage) zu leisten – unabhängig des Beschäftigungsgrades. Das Prinzip der Selbstdeklaration gilt – 10% der Zahnärzte, welche zu Lasten der Sozialversicherer abrechnen, werden jährlich überprüft. Fortbildungsnachweis grundsätzlich alle zwei Jahre zu erbringen (Fristverlängerung 3 Jahre bei Schwangerschaft/Mutterschaft).
SSO-Seminare zur Fortbildung: BZW SSO Fortbildung
4. KARRIEREMÖGLICHKEITEN
4.1 Karrieremöglichkeiten - Anstellung in einer Klinik / Praxis
Der Job als angestellte Zahnärztin/angestellter Zahnarzt in einer Klinik / Praxis bietet
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Gute Work-Life-Balance
-
Flexible Arbeitszeiten bzw. Teilzeitarbeit möglich
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Sicheres Einkommen
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Wenig Gestaltungsfreiraum
Typische Aufgaben
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Behandlung von Patienten – Vorbeugungen, Untersuchungen, Diagnosen, Beratung und Operationen, ggfs. Überweisung in eine Uniklinik
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Übernahme von Notfalldiensten
-
Je nach Stufe: Management-Funktionen, Personalplanung, Budgetverwaltung, Ausbildung Assistenzzahnärzte
Notwendige Eigenschaften
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Soziale Kompetenz
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Arbeiten im Team
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Handwerkliches Geschick
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Fähigkeit zum Beziehungsaufbau mit Tierhaltenden
Arbeitgeber
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Zentren für Zahnmedizin (z.B. Universität Zürich)
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Spitäler & Praxen à Link zu Stellen für Zahnärztinnen und Zahnärzte in der Schweiz: Stellenportal SSO
4.2 Karrieremöglichkeiten – Praxisinhaber
Der Job als selbstständiger Praxisinhaber bietet
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Hohe Flexibilität
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Komplette Selbstbestimmung & Eigenverantwortung
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Vielseitig durch Praxismanagementaufgaben
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Mitarbeiterführung
Typische Aufgaben
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Behandlung von Patienten – Vorbeugungen, Untersuchungen, Diagnosen, Beratung und Operationen, ggfs. Überweisung in eine Uniklinik
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Übernahme von Notfalldiensten
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Mitarbeiterführung und Personalverantwortung
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Unternehmertum
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Administrative Tätigkeiten wie z.B. Buchhaltung
Notwendige Eigenschaften
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Risikobereitschaft
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Finanzielle Belastbarkeit
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Unabhängigkeit
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Unternehmertum
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Führungs- und Kommunikationskompetenz
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Fähigkeit zum Beziehungsaufbau mit Patienten
Einige Fragen, die man sich vor dem Gang in die Selbstständigkeit stellen sollte:
- Warum will ich selbstständig werden? Welche Ziele verfolge ich?
- Weiss ich, auf was ich mich einlasse? Kenne ich den Gründungsvorgang?
- Wie hoch ist meine Risikobereitschaft? Kann ich mit Unsicherheit leben?
- Habe ich Freude daran, administrative Aufgaben zu übernehmen?
- Macht mir Praxismanagement und Mitarbeiterführung Spass?
- Habe ich einen Businessplan, der von einem Experten geprüft würde?
- Wie hoch ist meine finanzielle Belastbarkeit? Habe ich genügend Reserven auf der Seite?
4.3 Karrieremöglichkeiten - im öffentlichen Gesundheitswesen
Der Job als Zahnarzt im öffentlichen Gesundheitswesen bietet
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Hohe Jobsicherheit, Sicheres Einkommen
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Gute Work-Life-Balance
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Geregelte Arbeitszeiten bzw. Teilzeitarbeit möglich
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Wenig Patientenkontakt
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Keine (betriebs-)wirtschaftliche Verantwortung
Typische Aufgaben
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Massnahmen zur Gesundheitsförderungen- und präventive Zahngesundheitspflege
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Beratung, Aufklärung, Betreuung und Überwachung der Zahngesundheit der allgemeinen Bevölkerung
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Ggfs. Verwaltungsaufgaben / Personalverantwortung
Notwendige Eigenschaften
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Fundierte Kenntnisse der Zahngesundheit der allgemeinen Bevölkerung
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Zahnmedizinisches Grundwissen, gutes Allgemeinwissen von Vorteil
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Je nach Position: Sozial- und Führungskompetenz
Beispiele für Zahnarztberufe im öffentliche Gesundheitswesen
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Schulzahn- und Polikliniken
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Kantonszahnarzt
4.4 Karrieremöglichkeiten – Forschung & Lehre
Der Job als Forscher / Dozent bietet
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Gute Work-Life-Balance
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Sicheres Einkommen und angenehme Arbeitszeiten
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Bildung junger Studierenden
Typische Aufgaben
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Durchführung von Vorlesungen
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Ausbildung von Studierenden
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Betreuung und Begleitung von Forschungsprojekten
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Analyse von Studienergebnissen
Notwendige Eigenschaften
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Soziale Kompetenz
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Hohes Fachwissen
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Didaktische Kompetenz
Arbeitgeber
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Schweizer Universitäten (z.B. Bern, Basel)
5. STATISTIKEN
5.1 Diplome 2023
Im Jahr 2023 wurden insgesamt 22 eidgenössische Weiterbildungstitel an Zahnärztinnen und Zahnärzte erteilt. 10 Titel wurden in der rekonstruktiven Zahnmedizin, 6 Titel in der Kieferorthopädie,, 4 Titel in der Oralchirurgie und 2 Titel in der Parodontologie vergeben. Der Frauenanteil beträgt insgesamt 50%.
Im Jahr 2023 wurden insgesamt 53 Weiterbildungstitel im Fachbereich Zahnmedizin anerkannt. 40 Anerkennungen wurden in der Kieferorthopädie und 13 Anerkennungen in der Oralchirurgie ausgesprochen. Der Frauenanteil beträgt bei den anerkannten Weiterbildungstiteln insgesamt 50% und variiert in den Fachrichtungen zwischen 23% (Oralchirurgie) und 60% (Kieferorthopädie).
5.2 Erteilte Berufsausübungsbewilligungen 2023
Per 31.12.2023 waren insgesamt 7’259 Zahnärztinnen und Zahnärzte mit erteilter Bewilligung zur Berufsausübung in eigener fachlicher Verantwortung1 im MedReg eingetragen. Davon hatten 1’229 Personen in mehr als einem Kanton eine Bewilligung. Mehr als die Hälfte (54%) der Zahnmediziner/innen mit erteilter Berufsausübungsbewilligung verfügte über ein eidgenössisches Diplom und 45% über ein anerkanntes Diplom. 41% der Bewilligungsinhaber/innen sind Frauen (vgl. Abbildung 8). Das Durchschnittsalter der Zahnärztinnen und Zahnärzte mit Berufsausübungsbewilligung betrug 50 Jahre, wobei die Zahnärztinnen im Schnitt rund 8 Jahre jünger sind als die Zahnärzte (45 Jahre gegenüber 53 Jahre).
5.3 Gehaltsindikation
Der monatliche Durchschnittslohn von Schweizer Zahnärzten liegt bei ca. 9‘100 CHF pro Monat (Stand 12/2021).
Starke Unterschiede je nach Region / Kanton
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Niedrigstes Jahresgehalt: Kanton Thurgau: ca. 83‘000 CHF pro Jahr
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Kanton Basel / Zürich: Jahresgehalt von bis zu ca. 125‘000 CHF pro Jahr
Höheres Einkommen mit Fachzahnarzttiteln
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Durchschnittliche Einkommen für Kieferorthopäden ca. 11‘500 CHF pro Monat
Gerne bin ich für Sie da.
Sie erreichen mich oder meine Kolleginnen und Kollegen telefonisch Montag bis Freitag, 8.00 bis 17.00 Uhr oder nach vorheriger Mailabsprache zu Ihrer gewünschten Zeit.